RUNDBRIEF  

Dezember 2022

Liebe Mitglieder und Förderer,

auf unserer diesjährigen Jahresversammlung in Altusried konnten wir Herrn Dr. Josef Höß, Schirmherr der Allgau-Etage und Ehrenmitglied des Förderkreises, begrüßen. Nach der Protokollverlesung gab Herr Thiemer einen Überblick über die Situation in Fastiv und Gorodok. lnzwischen ist der Krieg nähergerückt und hat seine Spuren hinterlassen. In Gorodok wurden drei Kraftwerke zerstört. Im Kloster waren Wasser, Strom und Heizung unterbrochen. Äbtissin Michaela hat den Förderkreis um Unterstützung gebeten, um die Binnenflüchtlinge besser versorgen und Energiekosten bezahlen zu kennen. Wir haben € 10.000.- auf das Konto eines orthodoxen Klosters in Polen überwiesen. Von hier holten es Schwestern aus Gorodok ab.

In Fastiv, das bis auf den Beschuss des Bahnhofs vor einigen Wochen einigermaßen verschont blieb, schlagen die Bomben immer näher ein. Ausfall von Strom, Wasser und Heizung waren die Folgen. Das Haus St. Martin ist jedoch unbeschadet geblieben. Fastiv ist inzwischen Sammelpunkt für Binnenflüchtlinge geworden. Alle Räume in St. Martin sind seit Monaten voll belegt mit Flüchtlingen und mit Kindern aus der Ostukraine, aus zerstörten Dörfern der Umgebung und dem Raum Kiew. Das Küchenpersonal ist seit Kriegsbeginn rund um die Uhr beschäftigt, ebenso ein Team von 60 Gemeindemitgliedern und ca. 100 freiwilligen Jugendlichen aus verschiedenen Ländern, die Kinderfeste zur Ablenkung organisieren, Kleider, Medikamente und hygienische Artikel, Betten, Gaskocher, Kerzen, Lebensmittel und Haushaltsgeräte verteilen, beschädigte Orte um Fastiv besuchen, Hausdächer reparieren, tragbare eiserne Öfen verteilen und immer wieder die Ausgebombten trösten. lm letzten Rundbrief habe ich Details und Bilder veröffentlicht. Die Hilfsbereitschaft ukrainischer Bürger für ausgebombte Mitbürger und für verlassene, hilflose, kranke und verwaiste Kinder ist enorm! Die Bitten von Pater Michael um Sachspenden werden gehört: Fast 50 000 kg Winterkleidung wurden gesammelt und an Bedürftige verteilt. Große Unterstützung kommt auch von ukrainischen Firmen, in- und ausländischen Hilfsorganisationen, vor allem aus Polen. Bisher konnten zusätzlich 4 100 Kinder im Haus medizinisch und therapeutisch versorgt werden, 11 Kinderfeste in verschiedenen Orten wurden zur Ablenkung von den Kriegswirren organisiert.

Seit Kriegsbeginn konnten über 2 000 Flüchtlinge nach Polen evakuiert werden. Polnische Busse, die mit Lebensmitteln beladen nach Fastiv fahren, nehmen auf dem Rückweg Flüchtlinge mit!

Pater Michael hat auch uns um Mithilfe gebeten. Der Förderkreis überwies bisher € 30.000.-. Im Dezember wird eine weitere Überweisung in Höhe von € 15.000.- erfolgen, eine andere im Januar/Februar 2023.

Unsere Hilfe kommt wirksam an!

Das Vertrauen in unsere Arbeit und die Spendenbereitschaft sind groß. Die Werbeaktionen des Förderkreises haben ein erfreuliches Echo in der Bevölkerung gefunden. So sind z.B. sechs Großspenden in Höhe von € 35. 960.- eingegangen, dazu vom 7. Oktober 2021 bis zum 15. Oktober 2022 weitere Spenden und Beiträge in Höhe von € 52.719,09.-. Unser Dank gilt deshalb allen Mitgliedern und Förderern, verbunden mit der Bitte, weiter zu helfen. Danke auch allen aus der Bevölkerung, die unsere karitative Hilfe für Straßen- und Kriegskinder in Fastiv erstmalig mit einer Spende wohlwollend unterstützt haben.

Nach dem Bericht von Herrn Thiemer gab Herr Geiger seinen Kassenbericht für 2021

Kassenbericht für 2021
7. Oktober 2021 - 15.0ktober 2022

Einnahmen:

 

Spenden und Beitrage

87.279,00 €

Ausschüttung Stiftung

1.400,00 €

Ausgaben:

 

Verwaltung

2.280,50 €

Werbung

2.687,60 €

Straßenkinder

30.000,00 €

Kloster Gorodok

10.000,00 €

Stiftungstransfer Dezember 22

10.381,00 €

 

 

Verwaltungskostenanteil

5,07 %

Werbungskostenanteil

5,98 %

 

 

Kassenstand

108.962,22 €

Die Kasse wurde im Vorfeld der Jahrestagung geprüft und es wurde eine lückenlose und einwandfreie Kassenführung bestätigt. Schatzmeister und Vorstandschaft wurden anschließend einstimmig entlastet.

Die Wahlen bei der Jahrestagung führten zu folgendem Ergebnis:
Hans-Jürgen Thiemer (1. Vorsitzender), Peter Henn (2.Vorsitzender), Werner Geiger (Schatzmeister), Richard Rauch (Familienpatenschaft), Bärbel Seckinger (Beisitzerin)

Ehrenmitglied Dr. Josef Höß dankte der Vorstandschaft für ihren nachhaltigen und vorbildlichen Ehreneinsatz, in den er sich gerne eingebunden fühlt. Der Vorsitzende überreichte ihm für seinen Einsatz die Chronik des Förderkreises, die bei ihm einen Ehrenplatz erhalten soll.

Planung 2023
Zum 60-jährigen Bestehen des Ostliturgischen Lehrerchores soll ein liturgischer Chor aus Rivne/Ukraine eingeladen werden. Eine Einladung an die Schwestern ist nicht leider nicht möglich. Sie sind nicht geimpft, was für den Förderkreis ein zu großes Risiko darstellt!

 

Weihnachten in der Ostkirche

Das Weihnachtsfest wird am 7. Januar (am 25. Dezember nach dem alten Kalender) gefeiert, neun Monate nach Maria Verkündigung. Christi Geburt oder Weihnachten ist nach Ostern das fröhlichste und feierlichste Fest im Jahr. Weihnachten geht die Weihnachtsfastenzeit, auch die 40-tagige Fastenzeit des hl. Philippus genannt, voran. Der Vortag von Weihnachten, unser „Heiliger Abend“ ist ein strenger Fasttag und heißt „sotschivo“. Diese Bezeichnung kommt vom Namen einer Speise, die aus gekochtem Getreide und Beeren besteht. Der Tradition nach ist das die einzige erlaubte Speise an diesem Tag. Gewöhnlich isst man bis zum Erscheinen des ersten Sterns nichts. Unter dem ersten Stern versteht man den Stern, der sich nach der Abenddämmerung als erster am Himmel zeigt. In der kirchlichen Praxis jedoch bedeutet der Stern den Zeitpunkt des Anbrechens des Festtags, wenn in der Liturgie zum ersten Mal ,,Deine Geburt, Christus, unser Gott...“ gesungen wird. In diesem Moment gehen alle Geistlichen zur Weihnachtsikone in die Mitte der Kirche. lhnen wird eine große Kerze vorangetragen, die den Stern von Bethlehem darstellt, der den Magiern den Weg gezeigt hat. Die Kirchen und Häuser werden für dieses Fest mit Weihnachtsbäumen geschmückt. Die dem Weihnachtsfest folgenden zehn Tage werden auch „Heilige Tage“ genannt, an denen es kein Fasten gibt, sie sind Tage der Freude.

Die Gottesdienste des Weihnachtsfestes sind feierlich und erhaben. Viele Gesänge sind speziell für dieses Fest geschrieben worden. Tropar und Kondakion sind Eigengesänge, die textlich die Bedeutung des Tages beinhalten. Die Farbe der liturgischen Gewänder ist Gold.

Tropar zu Weihnachten:

”Deine Geburt, Christus, unser Gott, ließ erstrahlen der Welt das Licht der Erkenntnis; denn in ihm wurden die Anbeter der Gestirne von einem Stern belehrt, Dich anzubeten als die Sonne der Gerechtigkeit und Dich zu erkennen als den Aufgang aus der Höhe. Herr, Ehre sei Dir!“

Kondak zu Weihnachten:

,,Die Jungfrau gebiert heute den, der vor allem Sein ist, und die Erde bietet eine Höhle dar dem Unfassbaren; die Engel lobpreisen mit den Hirten; die Magier wandern dem Stern nach; denn für uns ist geboren als kleines Kind der urewige Gott!“

 

Der Ostliturgische Lehrerchor
Ökumenischer Dienst im Förderkreis

Seit Beginn des Förderkreises engagiert sich der Lehrerchor als Mitglied für die Ziele und Aufgaben des Förderkreises. So ist es selbstverständlich, dass wir sein 60-jähriges Jubiläum auch gemeinsam begehen werden, denn ohne die spirituelle Chormusik in der slawischen Sprache hätten wir nicht so schnell die Herzen, gerade im Osten, erreicht. Der Ostliturgische Lehrerchor erhielt vom orthodoxen Kloster Meschiritze die Kopie einer alten Ikone, die bereits seit Jahrhunderten auch von den Päpsten in Rom verehrt wird, wie der Abt des Klosters bemerkte. Sie ist eine Kopie der römischen lkone, Salus populi Romani“ (Heil des römischen Volkes). Der Chor vermachte die Ikone der Pfarrei St Lorenz in Kempten. Bei einem feierlichen Gottesdienst am 7. Mai 2022 unter Mitwirkung des Lehrerchors wurde die Ikone an Stadtpfarrer Dr. Bernhard Ehler übergeben und in der Filialkirche Christi Himmelfahrt feierlich aufgestellt.
 

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„Salus populi Romani”
 eine verehrungswürdige Ikone der Ost- und Westkirche
ein Zeichen der Einheit

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Wir wünschen

allen Mitgliedern und Förderern

ein

Frohes Weihnachtsfest

und ein gutes

Neues Jahr

die Vorstandschaft des Förderkreises

Äbtissin Michaela, Gorodok

Pater Mykhailo Romaniv, Fastiv

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Förderkreis der Begegnung

mit Christen des Ostens e. V.